VirtualBox von Innotek unter Ubuntu Gutsy 7.10

Wie so oft, gehe ich davon aus, dass du mit der Konsole vertraut bist.

Es ist nicht noetig, sich als root anzumelden, da alle Befehle per sudo eingegeben werden.

Wozu brauchst du VirtualBox?

VirtualBox ermoeglicht es, ein anderes Betriebssystem unter Ubuntu zu starten.

Warum VirtualBox und nicht VMware?

  • VirtualBox ist (zumindest zum Teil) Opensource und steht unter der GPL
  • Bei einem Kernelupdate faellt die laestige Neukonfiguration der Kernelmodule weg
  • VirtualBox ist komplett per Konsole zu verwalten.
  • Die virtuellen Maschinen koennen via RDP angesteuert werden.
  • Eine virtuelle Maschine kann ohne Fensterdekoration von Virtualbox in einem Fenster laufen
  • Windows kann in den Desktop von Ubuntu eingebettet werden (cooler Effekt) ;-)
  • USB 2.0 wird unterstuetzt

Installation:

Zuerst werden die Installationsquellen in Synaptic eingetragen.

  • System ⇒ Systemverwaltung ⇒ Synaptic-Paketverwaltung
  • ggf. Passwort eingeben
  • bei Synaptic unter Einstellungen die Paketquellen aufrufen
  • auf Software von Drittanbietern klicken
  • Hinzufuegen
  • und in die APT-Zeile
  • ' deb http://www.virtualbox.org/debian gutsy non-free '
  • eintragen
  • dann auf Quelle hinzufuegen klicken

Jetzt den Schlüssel importieren, entweder der schnelle Weg

sudo wget -q -O - http://www.virtualbox.org/debian/innotek.asc | apt-key add -

oder von Hand herunterladen:

  • http://www.virtualbox.org/debian/innotek.asc (rechte Maustaste und speichern unter...)
  • in Synaptic unter Einstellungen ⇒ Paketquellen ⇒ Authentifizierung ⇒ Schluesseldatei importieren klicken
  • und den Schluessel innotek.asc auswaehlen
  • Quellen neuladen
  • nach virtualbox suchen

Achtung: Es gibt jetzt zwei Moeglichkeiten

  1. nur virtualbox auswaehlen
  2. virtualbox-ose auswaehlen

Der Unterschied? Das Paket virtualbox enthaelt auch die unfreien Sachen, zum Beispiel USB Verwaltung. Das virtualbox-ose enthaelt nur die Opensourceteile. Hier fehlt die USB-Unterstuetzung.

Da ich USB benoetige installiere ich das Paket virtualbox (ohne ose).

Zusaetzliche Abhaengigkeiten installiere ich natuerlich mit.

Waehren der Installation wird die Gruppe vboxusers erstellt. Ich trage meinen Benutzer der Gruppe hinzu.

  • System ⇒ Systemverwaltung ⇒ Benutzer und Gruppen
  • dort auf Gruppen verwalten und die Gruppe vboxusers auswaehlen
  • auf Eigenschaften klicken
  • ein Haekchen vor dem Benutzernamen machen
  • ein Terminal / ein Konsole oeffnen
  • ' sudo /etc/init.d/vboxdrv setup ' eingeben

Die eigentliche Installation ist jetzt fertig. Nach einem Ab- und wieder Anmelden, damit die Gruppenzugehoerigkeit zur Gruppe vboxusers gegeben ist, kann man VirtualBox mit dem Befehl:

VirtualBox '

starten.

Netzwerkeinrichung NAT

Der schnellste und einfachste Weg, das physische Netzwerk des Host-Systems zu nutzen, ist in der Netzwerkeinstellung die Option NAT zu wählen. Damit bekommen die Gast-Systeme eine zufällige IP aus dem 10.0.0.0/8er Netz zugewiesen, welche auf das Host-System geNATet wird. Damit ein der Zugriff aus dem Gast auf den Host direkt möglich, allerdings der umgekehrte Weg vom Host zum Gast nicht so ohne weiteres. Soll der Gast darüber hinaus auch mit dem Rest der Welt kommunizieren können, fehlt nur noch ein

 echo 1 > /proc/sys/net/ipv4/ip_forward

Netzwerkeinrichtung Bridge

Wenn in der virtuellen Maschine ein Server laufen soll, ist es sinnvoll die Maschine im selben Netzwerk zu haben. Normalerweise arbeitet die virtuelle Maschine mit NAT. Das bedeutet: hat der Host das Netzwerk 192.168.1.0/24 so bekommt die virtulle Maschine ein anderes Netz (z.B. 10.0.0.0/8). Zwischen diesen beiden Netzen findet dann eine Network-Address-Translation statt.

Ich moechte aber gerne, dass meine virtuelle Maschine mit im 192.168.1.0/24 Netz ist.

Dazu richte ich eine Bridge ein:

  • Im Terminal ' sudo apt-get install bridge-utils ' ausfuehren
  • in /etc/network/interfaces folgende Zeilen (am Ende) eintragen:
  • ' sudo joe /etc/network/interfaces '
auto br0
iface br0 inet dhcp
bridge_ports eth0
  • Das Netzwerk neu starten: ‘’ sudo sh /etc/init.d/networking restart '

und schon haben wir eine Bridge ;-) die IP-Adresse ist von eth0 auf br0 gewandert:

gt@gt-desktop:~$ sudo ifconfig
.
br0       Protokoll:Ethernet  Hardware Adresse 00:0D:9D:D1:93:B1  
          inet Adresse:192.168.55.20  Bcast:192.168.55.255  Maske:255.255.255.0
          inet6 Adresse: fe80::20d:9dff:fed1:93b1/64 Gültigkeitsbereich:Verbindung
          UP BROADCAST RUNNING MULTICAST  MTU:1500  Metric:1
          RX packets:10 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
          TX packets:25 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
          Kollisionen:0 Sendewarteschlangenlänge:0 
          RX bytes:1501 (1.4 KB)  TX bytes:4325 (4.2 KB)
.
eth0      Protokoll:Ethernet  Hardware Adresse 00:0D:9D:D1:93:B1  
          inet6 Adresse: fe80::20d:9dff:fed1:93b1/64 Gültigkeitsbereich:Verbindung
          UP BROADCAST RUNNING MULTICAST  MTU:1500  Metric:1
          RX packets:803771 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
          TX packets:1495203 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
          Kollisionen:0 Sendewarteschlangenlänge:1000 
          RX bytes:105396274 (100.5 MB)  TX bytes:2239785538 (2.0 GB)
          Interrupt:17 
.
lo        Protokoll:Lokale Schleife  
          inet Adresse:127.0.0.1  Maske:255.0.0.0
          inet6 Adresse: ::1/128 Gültigkeitsbereich:Maschine
          UP LOOPBACK RUNNING  MTU:16436  Metric:1
          RX packets:1550 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
          TX packets:1550 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
          Kollisionen:0 Sendewarteschlangenlänge:0 
          RX bytes:92021 (89.8 KB)  TX bytes:92021 (89.8 KB)
gt@gt-desktop:~$ 

Jetzt machen wir noch das Device /dev/net/tun der Gruppe vboxusers zugaenglich:

  • ' sudo chgrp vboxusers /dev/net/tun '
  • ' sudo chmod 660 /dev/net/tun '

Und anschliessend wird noch fuer den Benutzer ein Hostinterface mit dem Namen vbox0 angelegt:

  • ' sudo VBoxAddIF vbox0 <user> br0 ' <user> ersetze ich durch gt

Anmerkung: Duch das Bridgeing funktioniert der Netzwerkmanager von Gnome nicht mehr. Alle Netzwerkfunktionen bleiben aber erhalten. Der Netzwerkmanager zeigt keine Verbindungsinformationen an.

In der Virtuellen Maschine wird dann spaeter unter dem Menuepunkt Netzwerk bei dem Feld Angeschlossen an ‘Hostinterface’ ausgewaehlt und bei dem Punkt Name des Interfaces ‘vbox0’ eingetragen.

Guido Thulke 28.11.2007 12:00

 
tipps/einrichtung_von_virtualbox_unter_ubuntu_gutsy_gibbon_version_7.10.txt · Zuletzt geändert: 26.05.2008 22:19 von jt
 
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